© Tom Hegen

Umweltzerstörung sieht leider geil aus!

Der permanente menschliche Eingriff in die Natur

“Hurra, diese Welt geht unter!“, sang Henning May im gleichnamigen Song von KIZ aus dem Jahr 2015. Vielleicht hat er sich vorher einige Bilder von Tom Hegen angesehen. Denn wer die Werke des Münchner Fotografen betrachtet, ertappt sich schnell dabei, die Zerstörung unserer Welt irgendwie schön zu finden. Gut so, finden wir und sagen auch gleich, warum.

Leuchtend orange strahlt das Gebilde in der Mitte. Wie ein Organismus lässt es seine Adern symmetrisch nach links oben und rechts unten wachsen. Pulsierend, lebendig erscheint der Farbstrom inmitten des ganzen Anthrazits, dass den überwiegenden Teil des Bildes dominiert. Es ist ein wunderschönes abstraktes Gemälde, das man vor Augen hat und eigentlich möchte man dem Erschaffer dieses Werks für so viel Schönheit danken.

Bis einem wieder einfällt, dass dies kein Gemälde ist, sondern das schaurige Ergebnis unseres Energiehungers. Denn das strahlende Gebilde ist leider nicht anderes als verseuchtes Grundwasser, das durch chemische Reaktionen bei der Braunkohlegewinnung entsteht. Und schon will man niemandem mehr danken.

Es ist dieses Wechselbad der Gefühle, das die Fotografien von Tom Hegen so einzigartig macht. Sein virtuoses Puppenspiel mit dem Es und Über-Ich der Betrachter, die es immer wieder schaffen müssen, ihre instinktive ästhetische Begeisterung mit ihrem schlechten Gewissen ob der dargestellten Zerstörung einzudämmen. Eine Zerstörung, für die keine unheimliche, anonyme Kraft verantwortlich ist. Nicht “die da oben“. Sondern jeder von uns mit seinem modernen Lifestyle.

Wie kraftvoll sein Weg ist, zeigen auch andere Bilder seines Schaffens, die sich jetzt jeder in Hegens Bildband “Habitat“ nach Hause holen kann. Zum Beispiel die aus der Serie “Two Degrees Celsius“, auf denen er das Abschmelzen des grönländischen Eisschildes auf die schönst mögliche Weise dokumentiert. Perfekt ausbalanciert bricht auf einem der Bilder ein türkisfarbener Strom durch reines Weiß und erzeugt ein trügerisches Gefühl von Ruhe und Gleichgewicht.

Etwas düsterer, aber nicht minder schön kommt eine weitere Fotografie aus der Serie daher. Es zeigt den Rand des Eisschildes, das dort in den blauschwarzen Ozean übergeht. Stück für Stück treiben kleine Teile des Schildes in das dunkle Wasser, dass schon knapp zwei Drittel des Bildes ausmacht.

Für Hegen-Verhältnisse ist dieses Bild schon fast explizit. Denn seine Fotografien sind Kontextkunst. Kennt man die Geschichte zum Bild nicht, findet man die Fotografien einfach nur wunderschön und faszinierend. Man würde sie nur als Dokumentation der Schönheit unseres Planeten missinterpretieren.

© Tom Hegen
Der Fotograf Tom Hegen im Einsatz. Rechts seine Veröffentlichung "Habitat".
© Tom Hegen

Kennt man aber den Kontext, wandelt sich die Faszination. Dann entsteht plötzlich Scham. Darüber, solche Zerstörung schön gefunden zu haben. Daran beteiligt zu sein. Genau diese Scham erzeugt dann Veränderungsdrang. Man möchte den Riss schließen, die Zerstörung stoppen. Man will seinen Lebensstil verändern um nur irgendwie dieses Foto, egal wie schön es ist, ungeschehen machen. Zusammen mit dem Kontext fangen Hegens Fotografien nicht nur den Moment ein, sondern erschaffen Bewusstsein und Veränderung. Und das ist wahrscheinlich das Beste, was Kunst erzeugen kann.

Bezaubernde und schockende Fotografie zugleich

Mehr Werke und sein Buch Habitat gibt es auf der Website von Tom Hegen. Es lohnt sich vorbeizuschauen.

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