Die Währung der Energiewende

Wie Flugmeilen, nur für Solarstromproduzenten

Es gibt sie: Die erste digitale Währung, die durch Sonnenenergie entsteht. Die Idee des SolarCoins ist dem Bitcoin moralisch dabei um Längen überlegen. Während für die Erzeugung von Kryptomünzen wie Bitcoin & Co. riesige Serverfarmen durch ihren enormen Energieverbrauch und ihre Abluft die Erderwärmung weiter vorantreiben, entstehen SolarCoins durch den Betrieb privater Solaranlagen. Also genau dadurch, dass innovative Menschen bei der Erzeugung alternativer Energie der globalen Erwärmung entgegenwirken. Ein nobelpreiswürdiger Gedanke.

Eine Idee im Experimentalstadium

Noch ist SolarCoin ein Projekt in der Testphase – so zumindest beschreiben es die beiden Gründer. Ein Blick auf die aktuelle Situation lässt allerdings ein recht fortgeschrittenes Projektstadium vermuten: SolarCoins gibt es schon in 73 Ländern, deren Solaranlagenbetreiber bereits über 97 Milliarden SolarCoins geschürft haben. Bei diesem Stand der Dinge noch von einem Experiment zu sprechen, ist eine sehr vorsichtige Betrachtungsweise.

So funktionieren SolarCoins

Das Wichtigste zuerst: Für die Betreiber von Solaranlagen besteht keinerlei Risiko, da keine Investition erforderlich ist. Es gibt allerdings die Chance, durch den Betrieb der eigenen Solaranlage Einheiten einer blockchain-basierten Kryptowährung zu erschaffen – die SolarCoins – die dann weltweit übertragen, gehandelt und in materielle Währungen getauscht werden können. Es ist ein Zusatznutzen, den die Betreiber über die reine Stromerzeugung hinaus erzielen können. Und das geht so:

Am Beginn steht die Registrierung. Der Betreiber der Solaranlage meldet seinen Anspruch auf den Bezug der Solarwährung bei einer SolarCoin-Filiale an. In Deutschland ist dafür das Sunny Portal von SMA zuständig. Es übernimmt für den Betreiber alle bürokratischen Aufgaben gegenüber der SolarCoin Foundation. Im Rahmen der Registrierung erfolgt auch die Verifizierung der gemeldeten Solaranlage.

Nach der erfolgreichen Anmeldung erhält der Betreiber ein SolarCoin-Wallet, also einen Geldbeutel zur Aufbewahrung der Solarwährung. Ab diesem Moment bezieht er für jede erzeugte Megawattstunde genau einen SolarCoin, den er nach Belieben verwenden kann.

Wie bei anderen Kryptowährungen auch lassen sich SolarCoins an andere Wallets senden oder langfristig in Papierform aufheben (Paper Wallets). Auf Handelsplattformen ist der Tausch gegen staatliche Währungen möglich. Plattformen, die den Handel mit SolarCoins anbieten, sind beispielsweise Livecoin, CoinExchange, Graviex oder Lykke Exchange.

Um die tatsächliche Produktionsmenge zu ermitteln, auf der die Gutschrift von SolarCoins basiert, ist einige Male pro Jahr die Übermittlung von Datenpunkten erforderlich, um die Stromproduktion zu verifizieren. Eine Reihe führender Plattformen weltweit betreibt bereits heute die SolarCoin-Verifizierung. Näheres dazu ist bei der zuständigen SolarCoin-Filiale zu erfahren.

Es gibt für Anlagenbetreiber die Möglichkeit, geerntete SolarCoins über den automatischen Datenimport zu erhalten. Dazu ist die Übermittlung papiergebundener Dokumentation über eine Schnittstelle im Internet oder über die zuständige SolarCoin-Filiale erforderlich. Die zweite Möglichkeit steht nach Angaben der SCF allerdings nur Betreibern größerer Anlagen ab 500 Kilowatt offen.

Setzt sich das Konzept durch?

Ob das SolarCoin-Experiment gelingt, hängt davon ab, wie sich die Idee in der Öffentlichkeit durchsetzt. Dabei kommt es nicht nur auf die Betreiber von Solaranlagen, sondern auf die Beteiligung innerhalb der gesamten Bevölkerung an. Beim Start der ersten Kryptowährung konnte man für 10.000 Bitcoin gerade einmal zwei Pizza Margherita kaufen. Heute ist ein Bitcoin rund 9.000 Euro wert. Behauptet sich der SolarCoin als international anerkannte Kryptowährung, stehen Anlagenbetreibern erhebliche Zusatzgewinne ins Haus – ganz ohne weiteren Aufwand.

Ob der SolarCoin sich durchsetzt, hängt nicht zuletzt davon ab, wie viele Unternehmen weltweit ihn als Zahlungsmittel akzeptieren. Den Anfang könnten hier Solarunternehmen machen, indem sie Dienstleistungen und Waren gegen SolarCoins zum jeweils aktuellen Kurs abgeben. Das wäre die Initialzündung, die der ökologischen Kryptowährung zum Durchbruch verhelfen kann. Entsprechende Überlegungen sind bei SMA derzeit im Gange.

SolarCoin ist eine für die Energieerzeugung ausgegebene Währung, die weltweit von allen Solarstrom-Produzenten als zusätzlicher Anreiz in Anspruch genommen werden kann. Sunny Portal Nutzer können ihre Anlage ganz einfach für den Erhalt von SolarCoins registrieren.

Der Antrieb der Gründer

Bei SolarCoin geht es nicht darum, Geld zu verdienen. Sollte es zumindest nicht. Die SolarCoin Foundation sieht sich auf einer Mission zur beschleunigten Etablierung erneuerbarer Energien mit dem Schwerpunkt auf Solarenergie. Ausgelegt ist die Mission auf 40 Jahre.

Folgt man dem Spirit der Gründer, reicht nämlich das einfache Sammeln der Coins, auch ohne Milliardengewinne, als Antrieb aus. „SolarCoin ist wie Flugmeilen für Solarstromproduzenten weltweit“, sagt Joesph Zitoli über das Konzept. Um nicht länger auf staatliche Zuwendungen für die Solarindustrie warten zu müssen, erhoffen sie sich dadurch eine Starthilfe für den weltweiten Umstieg auf erneuerbare Energiequellen.

Sunny Portal als deutsche SolarCoin-Heimat: www.sunnyportal.com

Betreibern von Photovoltaik-Anlagen mit einer Anlagenleistung bis 150 kWp steht das Sunny Portal als umfassender Dienstleister auch für den Bezug von SolarCoins zur Verfügung. Den auf der Plattform registrierten Nutzern macht SMA es besonders einfach, an die vielversprechenden Kryptomünzen zu gelangen.

Dabei geht es nicht nur um die bereits erwähnte Unterstützung für die Registrierung bei der SolarCoin Foundation. Sunny Portal bietet auch die komplette Infrastruktur zum Bezug von Coins für die laufende Stromproduktion. „Durch die Freischaltung können die Besitzer und Betreiber von weltweit über 260.000 PV-Anlagen mit wenigen Klicks SolarCoins als zusätzliche Belohnung für die von ihnen produzierte Solarenergie erhalten. Sie können SolarCoins für die seit Januar 2010 erzeugte Energie und für die nächsten 35 Jahre in Anspruch nehmen“, erklärt Nick Gogerty, Mitbegründer von SolarCoin.

Jeder Teilnehmer mit Admin-Rechten für seine Anlage kann seinen Account auf den Bezug von SolarCoins erweitern. Betreiber ohne Admin-Rechte können sie sich von ihrem Anlagenlieferanten übertragen lassen. Nach kurzer Wartezeit ist das Konto für den Bezug von SolarCoins freigeschaltet.

Ab diesem Moment erfolgt mehrere Male im Jahr durch die SolarCoin Foundation eine Aktualisierung des Bestands gemäß den gemeldeten Produktionsdaten. Dafür ist kein eigenes Wallet erforderlich – der Kontostand wird direkt bei SCF verwaltet. Erst, wenn die Coins zur eigenen Verwendung eingezogen werden sollen, ist ein Wallet für ihre Aufbewahrung auf dem eigenen Computer nötig.

Der Kurs steht gut

Der Wechselkurs des SolarCoin liegt derzeit bei rund einem Dollarcent. Das entspricht in etwa dem Ausgabekurs. Dass mehr dahintersteckt, bewies der Januar 2018, als der Kurs kurzfristig auf 2,40 USD schoss. Zwar war das vor allem ein Paralleleffekt zur damaligen Bitcoin-Euphorie, doch zeigte sich dadurch sehr deutlich, dass der SolarCoin eine ernst zu nehmende Kryptowährung ist, die auf Markteinflüsse reagiert und sie in Kursbewegungen ausdrückt. Ein guter Startschuss für die Mission hin zu einem komplett solarbetriebenen Planeten.

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Sunny Portal Nutzer können ihre Anlage ganz einfach für den Erhalt von SolarCoins registrieren.

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